Verträge


Wir finden es in guter Ordnung,
wenn der Nebenmensch altert und stirbt:
Wir selbst nehmen uns heraus
aus Lebens- und Sterbenslauf.

Jean Améry


Älter werden - Vorsorgeanordnung

Das Jahr 1999 ist von der UNO zum Jahr der älteren Menschen erklärt worden. Die Fortschritte der Medizin und steigender Lebensstandard ermöglichen immer mehr Menschen einen immer längeren Lebensabend. Der Anteil der Bevölkerung über 60 Jahre beträgt heute annähernd 50% und wird sich bis zum Jahre 2030 auf 35% bis 40% erhöhen.

Der längere Lebensabend für eine ständig größere Zahl von Menschen führt aber auch dazu, dass die Zahl jener Personen, die Pflege benötigen oder nicht mehr für sich selbst entscheiden können, steigt.

Mitten in den täglichen Verrichtungen stehend wird kaum wahrgenommen, wie schmal der Grad zwischen der Normalität des Alltags und einem Leben ist, dem die Selbstbestimmung fehlt.
Ein Unfall im Verkehr oder in der Freizeit, ein Schlaganfall, oder die Alzheimer'sche Krankheit führt hinaus in eine Lebenswelt, in der jemand für die Betroffnen die richtigen Entscheidungen treffen sollte.

Für die Grundbedürfnisse ist vorgesorgt. Es gibt in fast allen Bundesländern Pflegeheime, in ganz Österreich ist der Verein für Sachwalterschaft tätig und betreut Menschen, die nicht mehr für sich selbst entscheiden können.

Gleichzeitig ist es aber für Außenstehende schwierig oder unmöglich, festzustellen, ob ihre Entscheidungen den Wünschen und Vorlieben der Betroffenen genau entsprechen.

Zu diesem Zweck ist es zweckmäßig, beizeiten eine schriftliche Anordnung darüber zu treffen, wie Sie sich das Leben im Falle eines Falles vorstellen.
Möchten Sie im Pflegeheim betreut werden oder - solange wie möglich - in Ihrer Wohnung? Möchten Sie, dass ihr Geld für zusätzliche Pflegekosten aufgewendet wird oder möglichst wenig Pflegekosten anfallen, damit die Erben gut versorgt sind? Möchten Sie, dass jede mögliche lebensrettende Maschine, solange wie möglich eingeschalten bleibt, oder wollen Sie das nicht? Wollen Sie, dass eine bestimmte Person ihr Sachwalter wird?

Sie sollten diese Fragen für sich rechtzeitig beantworten und in einer schriftlichen "Vorsorgeanordnung" niederlegen. Diese Vorsorgeanordnung sollten Sie im Original gut aufbewahren und die Kopie einer besonders vertrauten und vertrauenswürdigen Person geben, damit sichergestellt ist, dass diese Anordnung im Falle des Falles auch tatsächlich noch vorhanden ist.

Das folgende Muster einer solchen Vorsorgeanordnung ist bloß eine Leitline. Jeder Einzelne muss genau jene Vorkehrungen treffen, die seiner Situation entsprechen und die Folgen daraus abschätzen und gut heißen.


Vorsorgeanordnung

Ich, ...... [voller Name], geb. am ......, wohnhaft in ......, bestimme für den Fall, dass ich geschäftsunfähig werde, ...... [voller Name], geb. am ......, wohnhaft in ......, zu meinem Sachwalter/meiner Sachwalterin
(und bevollmächtige und berechtige ihn/sie, mich zu besuchen, Abschriften von Krankengeschichten und ärztlichen Befunden unter Entbindung von der ärztlichen Verschwiegenheitspflicht zu verlangen).

......, am ......

...................................
Unterschrift, Geburtsdatum

Anwaltskanzlei Unterweger, Buchfeldgasse 19a, A-1080 Wien, www.unterweger.co.at