Schadenersatzrecht


Eine glatte Sache ... - Haftung des Wegehalters

Der aufrechte Gang ist eine recht heikle Sache. Eine der Voraussetzungen für diese Art der Fortbewegung ist ausreichende Bodenhaftung. Diese aber hängt von der Bodenbeschaffenheit ab, die bekanntlich jahreszeitlichen Veränderungen unterworfen ist. Ob nun Schnee, Eis, herbstliches Laub oder ganzjährig anzutreffende Hundehäufchen zum Gleiten verleiten, die Wirkung bleibt häufig die gleiche: gebrochene oder verstauchte Gliedmaßen, beschädigte oder zerstörte Kleidungsstücke.

Nun liegt man da und überlegt, wer zu klagen ist.

Wird durch den mangelhaften Zustand eines Weges ein Schaden herbeigeführt, so muß der Halter des Weges dafür haften, wenn er den Mangel grob fahrlässig verschuldet hat. Der Halter eines Weges ist, wer die Kosten für die Errichtung und die Erhaltung des Weges trägt und die Verfügungsmacht hat, die entsprechenden Maßnahmen dafür zu setzen. Wegehalter ist somit auch der Eigentümer eines Hauses, den die Räumungspflicht für den davorliegenden Gehsteig trifft.

Typische Pflichten des Wegehalters sind die Streupflicht bei Glatteis oder Schneefall, die Pflicht den Schnee zu räumen, aber auch die Pflicht, den Weg von anderen Substanzen zu reinigen, die geeignet sind, Schäden an den Wegbenützern herbeizuführen.

Die Haftung des Wegehalters geht soweit, dass er nicht nur für das Schmerzengeld der zu Fall Gekommenen haftet, sondern auch Gefahr läuft, wegen fahrlässiger Körperverletzung die dienstliche Bekanntschaft des Strafgerichtes zu machen.

Gegen die finanziellen Risiken kann man sich durch den Abschluß einer geeigneten Haftpflichtversicherung schützen. Die strafrechtlichen Risiken lassen sich nur dann abwenden, wenn ein geeignetes Unternehmen oder der Hausbesorger mit der Schneeräumung betraut werden. Passiert etwas, dann sind "die" dran.

Anwaltskanzlei Unterweger, Buchfeldgasse 19a, A-1080 Wien, www.unterweger.co.at