Schadenersatzrecht


Haftung für unbeaufsichtigtes Gewehr, seelische Schmerzen

Ein Treiber hat ein geladenes Gewehr zu einem Baum gelehnt. Ein anderer Treiber nahm es auf und schoss auf eine Schnepfe, traf aber einen auf der Straße vorbeifahrenden Fahrradfahrer, der dabei ein Auge verlor.
Der Oberste Gerichtshof befand:
Wer ein geladenes Gewehr auf der Jagd unbeaufsichtigt im Walde stehen lässt, haftet für den von einem Dritten mit dem Gewehr herbeigeführten Schaden. Auch für die mit dem Verlust eines Auges verbundenen seelischen Schmerzen wird Schmerzengeld zugesprochen.

OGH 16.1.1952, 3 Ob 749/51

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