Contracting


Contracting - Was ist das?

Wenn es darum geht, rund 900.000 veraltete Heizanlagen in heimischen Haushalten auszutauschen, den Umstieg von Öl- auf Gasheizung durchzuführen, wenn eine Gruppe von Bauern eine Biomasseanlage errichtet und damit auch naheliegende Wohnhäuser versorgt, ist stets vom "Zauberwort Contracting" (copyright Salzburger Nachrichten) die Rede.

Hinter dem Ausdruck Contracting verbirgt sich ein eigener Vertragstypus, der Elemente des Miet-, Werk-, Dienst-, Kaufvertrages und die Vereinbarung von Servituten enthalten kann. Eine einheitliche gesetzliche Regelung für Contractingverträge in Österreich fehlt. Der Begriff des "Contractingvertrages" ist der österreichischen Rechtsordnung fremde.

Gemeinsam ist allen Contractingverträgen, daß der Werkunternehmer (Contractor) Energiesparmaßnahmen zugunsten der Liegenschaft eines Kunden setzt oder daß der Contractor eine Energieversorgnungsanlage errichtet und betreibt, ohne daß sich der Kunde an den Investitionen zu beteiligen hat. Solche Contractingmaßnahmen werden generell durch die Bank finanziert.

Übernimmt der Contractor die Durchführung von Maßnahmen zur effizienteren Nutzung von Energie, so wird von Einsparcontracting gesprochen. Dabei sollen die Investitionenskosten für die Energiesparmaßnahmen aus den eingesparten Energiekosten finanziert werden. Für die Vertragsdauer zahlt der Kunde dem Contractor nur den bisherigen Energiepreis weiter, der Contractor setzt die energiesparenden Maßnahmen auf eigene Rechnung und finanziert sich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem bisherigen Energiepreis und jenem, der infolge der Energiesparmaßnahmen anfällt. Ein Beispiel für Energiesparcontracting ist die effiziente Wärmedämmung eines Hauses, üblicherweise begleitet durch weitere Maßnahmen zum ökonomischeren Einsatz der Energie innerhalb des Hauses durch Eingriff in Heiz- und Regeltechnik. Aber auch die Umstellung der Beleuchtung eines Stadtplatzes auf energiesparendere Beleuchtung kann im Wege des Einsparcontracting vorgenommen werden, wie dies auf Wels zutrifft.

Beim Anlagencontracting plant, erstellt, finanziert und betreibt der Contractor eine Energieversorgungsanlage für den Kunden. Dieser bezahlt den vertraglich festgelegten Bezugspreis für seine Energie. Damit werden die Kosten des Contractors für Kapital, Wartung, Energiebeschaffung und Verwaltung abgedeckt. Ein typisches Beispiel dafür bieten die Biomasse-Fernwärme-Anlagen, wie sie schon vielfach in Österreich betrieben werden.

Contracting ist die Möglichkeit Energiesparmaßnahmen oder neue Energieversorgnungsanlagen ohne eigene Investitionen zu verwirklichen. Diese Maßnahmen werden durch den Contractor durchgeführt und von der Bank drittfinanziert. Für die öffentliche Hand ergibt sich dadurch die Möglichkeit, Investitionen in öffentlichen Gebäuden durchzuführen, ohne die Maastricht-Kriterien zu verletzen. Solche Contractingmaßnahmen wurden insbesondere bereits von der Stadt Wien gefördert. Beim Land Oberösterreich läuft derzeit eine vom oberösterreichischen Energiesparverband ein "Energiecontracting Impulsprogramm", welches Energieeinspar-Contracting-Projekte fördert.

Anwaltskanzlei Unterweger, Buchfeldgasse 19a, A-1080 Wien, www.unterweger.co.at